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kermit

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Taucht ein in meine kleine Bücherwelt, lasst euch in Rezensionen, Neuigkeiten und kleinen Annekdoten treiben und verweilt doch ein bisschen bei gemütlichem Teichgeflüster. ...weil ein gutes Buch immer ein bisschen Paradies ist.

Rage - Zorn

Rage / Zorn - Sandra Brown RezensionWas tut Frosch, wenn er gute Ladythriller-Kost sucht? Seine Zunge nach Sandra Brown schnappen lassen und damit auch hier goldrichtig liegen . Dieses Buch bietet wieder einmal alles, was diese Autorin ausmacht: eine mehr als gelungene Kombination aus Verbrechen, Liebesgeschichte und einer großzügigen Portion Humor. Und trotzdem ist es irgendwie anders, als Bücher wie z.B. "Warnschuss" oder "Weißglut".Zum einen liegt hier ein deutlich größeres Augenmerk auf dem Verbrechen an sich. Schuss, Knall, tot und auf in die prickelnd-erotische Täterjagd, das gibt es hier nicht. Vielmehr verfolgen wir das Verbrechen samt Vorgeschichte ausschnittsweise hautnah aus der Sicht des Opfers Janey und ihres Peinigers Valentino. Auch die Liebesgeschichte zwischen den Hauptcharakteren Dean und Paris verläuft ruhiger und weniger spektakulär, als ich es von Mrs Brown gewöhnt war. Aber bevor man jetzt auf die Idee kommen könnte, das alles würde der Geschichte schaden- das tut es nicht, im Gegenteil!Es wird hier ausführlich auf die einzelnen Charaktere als Personen und nicht nur als "Kam, sah und liebte"-Mann/Frau eingegangen und das verleiht gerade auch der Liebesgeschichte etwas ganz Eigenes. Sie kommt ohne die ganz großen, spektakulären Szenen aus und verursacht trotzdem bestes Brown´sches Kribbeln und Herzklopfen. Die Szenen mit den Beiden sind durch ihre gemeinsame Vorgeschichte bereits sehr vertraut und mit einem unterschwelligen Brodeln versehen... Herrlich .!Auch Valentino zu folgen war spannend. Wie spannend, das wird jedoch erst im Laufe der Zeit deutlich. Ich (naiv wie üblich) habe geglaubt, ganz genau zu wissen, wen ich zu verdächtigen hatte. Nur um festzustellen, dass die Autorin mich ganz und gar an der Nase herumgeführt hat. Oder etwa doch nicht? So genau lässt sich das bis ganz (ganz, ganz, ganz) kurz vor Ende nicht sagen und das hat mir wirklich gut gefallen.Lange Rede, kurzer Sinn: dieser Brown ist anders. Es dauert, bis man weiß, warum Dean und Paris dort sind, wo sie stehen. Und es dauert noch etwas länger, bis beide wissen, wohin sie wollen. Aber das wird so einfühlsam beschrieben und so gut in häppchenweise servierte Rückblenden aus ihrer Vergangenheit und immer neuen Wendungen aus dem aktuellen Geschehen eingebaut, dass keine Langeweile aufkommt.Nur die Charaktere hätten (so viel Platz ihnen und ihrer Entwicklung auch eingeräumt wurde) meiner Meinung nach etwas mehr Tiefgang, ein paar Facetten mehr haben können. Besonders Paris war mir manchmal ein bisschen zu sehr "Männer küssen meine Füße und mir fällt alles in den Schoß"-Schmollmund-Sturkopf. Aber sie war sympathisch und hat die Kurve noch bekommen, ohne übertrieben viele Klischees auszuleben.FazitAlles in allem empfehlenswerte Lektüre für jeden, der auch ruhigere (aber deshalb nicht minder mitreißende) Töne zu schätzen weiß.